Eine Sprache des Herzens

Gewaltfreie Kommunikation

Die Gewaltfreie Kommunikation — von Marshall B. Rosenberg über Jahrzehnte entwickelt — ist mehr als eine Gesprächstechnik. Sie ist eine Haltung, die das Mensch­liche im Gegenüber sucht. Im Internet finden Sie viele Informationen zur gewaltfreien Kommunikation, sodass wir hier auf eine tiefergehende Beschreibung verzichten.

Eine Spur in die Geschichte der GFK in Deutschland

Marshall B. Rosenberg & unsere Wurzeln

Bevor die Gewaltfreie Kommunikation in Deutschland in vielen Räumen geübt wurde, gab es einige wenige, die sie hierherholten. Klaus-Dieter Gens war einer von ihnen.

1995 begegnete Klaus-Dieter Marshall Rosenberg zum ersten Mal in Berlin. Eine Kollegin hatte Marshall auf dem Kirchentag 1993 in München erlebt und war so begeistert von seinen Vorträgen, dass sie Marshall nach Berlin für ein Seminar einlud. Was als skeptisches Hineinhören begann, wurde zu einer Schule, die zwei Jahrzehnte lang sein Leben prägte.

Marshall bat Klaus-Dieter, seine Besuche in Nord- und Ostdeutschland zu koordinieren, während Isolde Teschner den Süden begleitete. Einige Jahre lang organisierte er Seminare für ihn, teilweise reisten sie zusammen. Ab 2000 teilte er mit Katarina diese Aufgabe im Zentrum Gewaltfreie Kommunikation Berlin e.V.

Aus dem Wunsch, Marshalls Werk auch jenseits seiner Anwesenheit zugänglich zu machen, entstand Conex books and more — zunächst eine kleine Infostelle, heute ein Online-Shop mit über zweihundert Titeln.

2003 verließ Klaus-Dieter das damalige Zentrum Gewaltfreie Kommunikation Berlin e.V., dessen Gründer und Vorsitzender er gewesen war, und gründete gemeinsam mit Katarina das forum gewaltfreie kommunikation berlin — eine eigene Selbständigkeit, die wie ein Dach über mehreren Zusammenschlüssen und GbRs steht und bis heute trägt.

Klaus-Dieter Gens wurde später vom Fachverband Gewaltfreie Kommunikation zum Ehrenmitglied ernannt — eine Anerkennung für seinen Beitrag zur Verbreitung der Methode im deutschsprachigen Raum.

„Hinter jedem Konflikt steht eine Sehnsucht nach Verbindung.“ — Marshall Rosenberg lehrte das. Klaus-Dieter und Katarina haben es ins Deutsche getragen.

Erschienen beim Fachverband Gewaltfreie Kommunikation

Im Gespräch mit Klaus-Dieter Gens

Ein Gespräch mit Peter Schmid über die Begegnung mit Marshall Rosenberg, über alte Muster, über das berühmte Stopp — und über das, was bleibt, wenn man Jahrzehnte mit dieser Sprache lebt.

Frage · 1

Wie bist du zur Gewaltfreien Kommunikation gekommen?

1994 hat mich ein Kollegin darauf angesprochen — sie war auf dem Kirchentag in München, auf dem Marshall gesprochen hatte. Ich war zunächst skeptisch. Aber als ich dann selbst in einem Workshop saß, erkannte ich: Diese Haltung trug meine ganze 20jährige pädagogische Arbeit. Es war wie eine Sprache, die ich gesucht hatte, ohne es zu wissen.

Frage · 2

Was hat dich dazu gebracht, Marshalls Visiten zu koordinieren?

Marshall hat mich darum gebeten — für Nord- und Ostdeutschland, während Isolde Teschner den Süden übernahm. Es war kein Beruf, es war eine Ehre. Einige Jahre habe ich ehrenamtlich seine Workshops organisiert und ihn oft begleitet. Katarina hat das ebenso getragen.

Frage · 3

Welche Rolle spielt die GFK heute, nach so vielen Jahren, noch in deinem Alltag?

Auch nach Jahrzehnten der Übung tauchen alte Muster auf. Aber ich erkenne sie schneller. Es gibt diesen berühmten Stopp — kurz innehalten, bevor ich reagiere. Mit diesem Stopp finde ich zurück zur Haltung. Manchmal in einer Sekunde, manchmal nach einer Nacht.

Frage · 4

Was hast du von Marshall persönlich gelernt, was in keinem Buch steht?

Tiefe. Dass es lohnt, sich einer Sache (Methode) wirklich zu widmen — nicht zehn Methoden halb, sondern eine ganz. Es ist ein längerer Prozess, die Haltung der GFK so zu verinnerlichen, dass alte Muster nicht mehr so wirken.

Frage · 5

Wie kam es zu deiner Ehrenmitgliedschaft im Fachverband?

Das war eine schöne Überraschung! Ich habe ja gar nicht damit gerechnet. Aber ich freue mich sehr darüber, weil es die Arbeit würdigt, die Katarina und ich über die Jahre gemeinsam für die GFK in Deutschland geleistet haben.

Frage · 6

Was wünschst du dir für die Gewaltfreie Kommunikation in den nächsten zwanzig Jahren?

Dass sie weiterhin als Haltung gelebt wird, nicht nur als Methode trainiert. Und dass Menschen sich daran erinnern: Hinter jedem Konflikt steht eine Sehnsucht nach Verbindung.

Gekürzt und für die Web-Darstellung redigiert. Originalinterview beim Fachverband Gewaltfreie Kommunikation. Fachverband